Aufgrund des Beginns der Realisierung der Pläne zur Massenvernichtung der Juden im Stammlager, wurde eine Gaskammer in Betrieb genommen, und zwei weitere Gebäude, die sich um das Gelände des KL Auschwitz II befanden, wurden adaptiert und im Jahr 1942 zu Gaskammern umgebaut.
Das erste der beiden, das sogenannte „Rote Häuschen“ (aufgrund der rötlichen Ziegelwände), wurde im März 1942 in Betrieb genommen. Es hatte rd. 90 m² und wurde auf zwei Gaskammern aufgeteilt. Durch Öffnungen an den Seitenwänden des Gebäudes, warf die SS-Besatzung das Zyklon B in die jeweilige der beiden Kammern ein. Gleich daneben befanden sich zwei Baracken, wo sich die Opfer entkleideten. Anfangs wurden die Leichen der Vergasungen noch vergraben, später, ab September 1942, wurden diese in Gräben verbrannt.
In den Jahren 1942 – 1943 ermordete die SS-Besatzung in diesem Gebäude zig-tausend Juden – Männer, Frauen und Kinder, die aus verschiedenen Ländern Europas stammen. Sie kamen unter anderem aus: Frankreich, Holland, Belgien, Luxemburg, Deutschland, Tschechien, Norwegen, Jugoslawien, Polen und der Slowakei. Am 11. Juni 1942 wurden dort auch aufgrund einer Gegenmaßnahme auf einen Aufstands- und Fluchtversuch rd. 300 Polen der Strafkompanie erschossen. Desweiteren wurden im „Roten Häuschen“ auch Zigeuner ermordet.
1943 wurde in Birkenau ein neuer Gaskammer und Krematorium Komplex in Betrieb genommen. Aufgrund dessen wurden im „Roten Häuschen“ die Ermordungen eingestellt, das Gebäude und die zwei Baracken zerlegt und die Fläche „begrünt“, um die Spuren der Verbrechen zu vertuschen.