Block Nr. 11
Der Block Nr. 11, bzw. der Todesblock, wie er von den Häftlingen genannt wurde, erfüllte mehrere Funktionen. Seine wichtigste Funktion jedoch war die des zentralen Lagergefängnisses. Die SS brachte hier männliche und weibliche Häftlinge aus allen Teilen des KL Auschwitz unter, die von der Lagergestapo verdächtig wurden, konspirativ tätig gewesen zu sein, an Fluchtversuchen oder Meutereien beteiligt gewesen zu sein, Kontakt mit der Außenwelt unterhalten zu haben. Hier wurden auch Polen von außerhalb des Lagers eingewiesen, die verhaftet worden waren, weil sie Häftlingen geholfen hatten. Alle wurden hier grausamen Verhören unterzogen, die in der Regel mit einem Todesurteil durch Erschießen oder Erhängen endeten.
In den ersten Jahren nach Gründung des Lagers waren hier die Strafkompanie und die Erziehungskompanie untergebracht, die die schwersten Arbeiten im Lager verrichten mußten. Die meisten Opfer hatte die Strafkompanie zu beklagen, in die anfänglich fast alle ins Lager eingelieferten Juden und polnischen Priester kamen. Vorübergehend war hier das sog. Sonderkommando untergebracht, eine Spezialgruppe von Häftlingen, die bei der Leichenverbrennung im Krematorium beschäftigt war.
Von 1943 an wurden hier die sog. Polizeihäftlinge untergebracht. Es waren die Polen, die weiterhin der Gestapo des Regierungsbezirkes Kattowitz unterstanden und die verdächtigt wurden, im Widerstand tätig gewesen zu sein. Sie warteten in diesem Block auf das Urteil des deutschen Standgerichtes, das sie in der Regel zum Tode verurteilte.
In die Arrestzellen im Keller, Bunker genannt, sperrte die SS die Häftlinge, die beschuldigt wurden, gegen die Lagerordnung verstoßen zu haben. 1941 wurden hier auch die Häftlinge untergebracht, die zum Hungertod verurteilt worden waren. In der Zelle Nr. 18 des Kellergeschosses dieses Blocks wurde hier auch u.a. der inzwischen heilig gesprochene Pater Maksymilian Maria Kolbe ermordet.
Im Zusammenhang mit dem von der SS geplanten Beginn der völligen Judenvernichtung wurden in den Kellerräumen des Todesblockes vom 3. bis 5. September 1941 Versuche zur Massentötung mit Hilfe von Zyklon B unternommen. Damals wurden 600 sowjetische Kriegsgefangene und 250 kranke polnische Häftlinge, die im Häftlingskrankenbau selektiert worden waren, ermordet.