Geschichte der Gedenkstätte und des Museums in Daten

Dezember 1945

  • auf einer Sitzung des Landesnationalrates legt der ehemalige Häftling des KL Auschwitz, Alfred Fiderkiewicz eine Gesetzesvorlage über die Gründung eines Museums auf dem Territorium des ehemaligen Konzentrationslagers vor.

Februar 1946

  • Das Präsidium des Ministerrates empfiehlt dem Ministerium für Kultur und Kunst Maßnahmen zur Sicherung und zum dauerhaften Schutz des ehemaligen Geländes des KL Auschwitz zu unternehmen.

Juni 1947

  • Eröffnung einer ständigen Ausstellung auf dem Gelände des ehemaligen KL Auschwitz und damit des Museums Auschwitz Birkenau.

1947

  • der Sejm, das polnische Parlament, verabschiedet das Gesetz über die Gründung des Museums Auschwitz-Birkenau.

Die Jahre 1947-1955

  • landesweite Diskussion über das entstehende Museum und über dessen territoriale Ausdehnung.

1948

  • in Krakau Eröffnung einer Dokumentationsabteilung bei der Bezirkskomission für die Erforschung von Nazi-Verbrechen in Polen.

1950

  • das Museum bekommt ein Statut.
  • Erweiterung der allgemeinen Ausstellung.

1952

  • auf dem Gelände des ehemaligen KL Birkenau werden die Aufzeichnungen eines Häftlings unbekannten Namens aus dem Sonderkommando gefunden.

1955

  • Eröffnung einer neuen Dauerausstellung auf dem Gelände von Auschwitz I.
  • Enthüllung des Urnendenkmals auf dem Gelände des ehemaligen KL Birkenau.

1957

  • gesetzliche Bestätigung der Museumsgrenzen.
  • die bisherige Dokumentationsabteilung bei der Bezirkskomission für die Erforschung von Nazi-Verbrechen in Polen wird von Krakau nach Auschwitz verlegt und in das Archiv des Museums umgewandelt
  • Herausgabe der ersten Nummer der „Hefte von Auschwitz“.

1959

  • eine Jury nahm eines der Projekte, die nach einer internationalen Ausschreibung vorgelegt worden waren, für den Bau eines Denkmals im KL Birkenau an. Es wurde jedoch wegen eines Gegensatzes zum Gesetz vom 2. Juli 1947 über die Unantastbarkeit des ehemaligen Lagergeländes nicht realisiert.

1960

  • Eröffnung der ersten nationalen Ausstellungen - der Tschechoslowakei und Ungarns.
  • Das Internationale Auschwitz-Komitee entschied, neue Varianten zum Bau eines Denkmals im ehemaligen KL Birkenau vorbereiten zu lassen.
  • Eröffnung der nationalen Ausstellungen der DDR und der UdSSR.

1962

  • Inaugurationssitzung des Allgemeinpolnischen Komitees für den Bau eines Internationalen Denkmals in Auschwitz.
  • In der Nähe des Krematoriums II im ehemaligen KL Birkenau wurden die in der Erde vergrabenen Aufzeichnungen des Häftlings Salmen Löwental aus dem Sonderkommando gefunden.

1963

  • Friedensmarsch Hiroshima - Auschwitz.
  • Umsetzung des Programms zur Sicherung des ehemaligen KL Birkenau; Absicherung der Ruinen der Gaskammer und des Krematoriums II; Reparaturen an Objekten, Straßen, Zäunen; Entwässerung des Geländes und Pflege der Bepflanzungen.

1964

  • Der Rat zum Schutz von Denkmälern des Kampfes und des Martyriums beschloss dem Internationalen Auschwitz-Komitee zu helfen und den Bau eines Denkmals zu übernehmen. Dieses wurde nach einem vom Vorstand des Internationalen Auschwitz-Komitees und vom Ministerium für Kultur und Kunst bestätigten Projekt gebaut.
  • Ortsbesichtigung des Schwurgerichtes aus Frankfurt am Main in Auschwitz

1965

  • Eröffnung der nationalen Ausstellung Belgiens.

1966

  • Enthüllung des Denkmals in Monowitz, das den Opfern des KL Auschwitz III gewidmet ist; es wurde aus Spenden der Einwohner von Auschwitz und Umgebung gebaut.

1966-1968

  • soziologische Untersuchungen unter den Jugendlichen, die das ehemalige KL Auschwitz besuchen.
  • Beginn der Zusammenarbeit mit der Aktion Sühnezeichen in Deutschland. Deutsche Jugendgruppen kommen nach Auschwitz, um bei der Erhaltung und Pflege des Museumsgeländes zu arbeiten.

1966

  • Vieltausendköpfige internationale Kundgebung auf dem Geländes des ehemaligen KL Birkenau.

1967

  • Das Internationale Denkmal für die Opfer des Faschismus in Birkenau wurde enthüllt. An den Feierlichkeiten nahmen ca. 200 tausend Personen teil, darunter Vertreter des Staates, Vertreter von Häftlingsorganisationen aus verschiedenen Ländern, der Sozialminister Israels, die Außenminister der DDR, Italiens, Botschafter verschiedener Länder, Journalisten.
  • Eröffnung eines Bedienungszentrums für Besucher des Museums.

1968

  • Ortsbesichtigung des Gerichts aus Frankfurt am Main in Birkenau, Monowitz sowie in der Lederfabrik.
  • Eröffnung einer Dauerausstellung im Block Nr.27 mit dem Titel „Kampf und Märtyrium der Juden“.
  • Eröffnung der nationalen Ausstellung Dänemarks.
  • In der Konsevierungswerkstatt wurden die Haare der Ermordeten gesäubert. Mit Hilfe einer besonderen Vorrichtung wurden aus ihnen ca. 100 kg Staub entfernt; dadurch bekamen die Haare ein natürlicheres Aussehen.

1969

  • Intensive Konservierungsarbeiten, u.a. bei den Ruinen der Gaskammern und Krematorien II und III, den Baracken des Abschnitts BIa; Reparaturarbeiten an den Dächern der Baracken im Quarantäneabschnitt sowie an den Dächern der Wachtürme; Konservierungsarbeiten an ca. 35 tausend Zahnbürsten, 642 Koffern, 119 Häftlingsanzügen sowie an 500 weiteren verschiedenen Gegenständen; Konservierungsarbeiten ebenfalls an der Bahnrampe in Birkenau, an der die nach Auschwitz Deportierten ausgeladen wurden und an der die SS Selektionen unter den neu angekommenen judischen Transporten durchführte.

1970

  • Eröffnung einer neuen Ausstellung der DDR mit dem Titel „Antifaschistischer Widerstand in Deutschland in den Jahren 1933 - 1945“.
  • Eröffnung der neuen nationalen Ausstellung Ungarns.
  • Auf dem Gelände Birkenaus wurden Notizen des Häftlings Lejba aus dem Sonderkommando gefunden.

1971

  • Das Museum Auschwitz-Birkenau wurde für seine Gesamttätigkeit vom Weltfriedensrat mit der Goldenen Frédéric Joliot-Curie - Medaille ausgezeichnet. Die Vorsitzende des Weltfriedensrates, Isabelle Blum, überreichte die Auszeichnung in Birkenau während einer Kundgebung zum Jahrestag des Kriegsausbruches am 1. September.
  • Feierliche Messe an der Todesmauer aus Anlass der Heiligsprechung von Pater Maximilian Kolbe, an der 30 tausend Menschen teilnehmen.
  • Konservierungsarbeiten an der Gaskammer und am Krematorium II in Birkenau.

1972

  • Eröffnung der Ausstellung „Das KL Auschwitz“ in Japan.
  • I. Internationale Konferenz der Gedenkstättenmuseen.

1973

  • Eröffnung einer Ausstellung zum Thema Lagerkunst in Budapest.
  • Eröffnung der Ausstellung „Auschwitz warnt“ in Prag.

Oktober 1973 - Dezember 1974

  • Eine Expertenkomission untersuchte Möglichkeiten für umfassende Lösungen zur Bewirtschaftung der Umgebung des Museums und für Entwicklungsperspektiven der Tätigkeit des Museums Auschwitz-Birkenau. Überlegt wurden u.a. eine städtebauliche Verbindung beider Museumsteile sowie ein weiterer Ausbau Birkenaus durch neue Verkehrswege und Parkplätze. Mitarbeiter des Museums machten den Vorschlag, durch eine Verlegung des Empfangsbereiches ins ehemalige KL Birkenau den Schwerpunkt des Museums von Auschwitz nach Birkenau zu verlegen.

1974

  • Soziologische Untersuchungen unter jugendlichen Besuchern des ehemaligen KL Auschwitz.

1976

  • II. Internationale Konferenz der Gedenkstättenmuseen.

1977

  • Eröffnung der nationalen Ausstellung Bulgariens.

1978

  • Eröffnung der nationalen Ausstellung Österreichs;
  • Eröffnung der neuen Ausstellung „Kampf und Märtyrium der Juden“ aus Anlass des 35. Jahrestages des Warschauer Getto-Aufstandes.
  • Eröffnung der Ausstellung “Gedenken an die menschliche Tragödie“ in der Tschechoslowakei.

1979

  • Von Papst Johannes Paul II gehaltene Feierliche Heilige Messe auf dem Gelände des ehemaligen KL Birkenau zum Gedenken an die Opfer des KL Auschwitz. An der Messe nahmen ca. 1 Million Menschen teil.
  • Eröffnung der nationalen Ausstellung Frankreichs.
  • Auf Antrag Polens wurde das Museum in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.
  • Soziologische Untersuchungen unter jugendlichen Besuchern des ehemaligen KL Auschwitz.

1980

  • Eröffnung der nationalen Ausstellung Italiens.
  • Eröffnung der nationalen Ausstellung Ungarns.
  • Eröffnung der nationalen Ausstellung Hollands.
  • Eröffnung der Ausstellung „Das KL Auschwitz“ in London.
  • Eröffnung der Ausstellung „Künstlerisches Schaffen von Häftlingen des KL Auschwitz“ in Nürnberg und anschließend in 6 weiteren Städten der Bundesrepublik Deutschland.
  • Eröffnung der Ausstellung „Kinder während der Okkupation“ in Sachsenhausen.

1981

  • Aufzeichnungen des griechischen Häftlings Marcela Nadjara aus dem Sonderkommando wurden auf dem Gelände von Birkenau gefunden.

1982

  • Eröffnung der Ausstellung „Zeugnisse durchlebter Leiden und Hoffnungen“ in Holland und Schweden.

1983

  • Der Stadtpräsident von Auschwitz legte in Zusammenarbeit mit der Direktion des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau ein Arbeitsprogramm vor, durch das das dem Museum angrenzende Gelände in Ordnung gebracht werden soll. Es wurde von der Stadtvertretung verabschiedet und in den folgenden Jahren umgesetzt.
  • Bericht der technischen Expertenkomission der Gesellschaft zur Pflege von Auschwitz.über „die Sicherung der konservatorischen und funktionalen Erfordernisse des Geländes und der Objekte des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau“. Darin wurde u.a. eine Ausweitung des Museumsgeländes und dessen Isolierung von dessen Umgebung durch eine 10 m breiten Grünstreifen vorgeschlagen.
  • Eröffnung der Wanderausstellung „Die Tragödie des KL Auschwitz“ in Japan.
  • Eröffnung der Ausstellung „Verteidiger des Friedens über den Krieg“ in Japan.

1984 - 1987

  • Erarbeitung des Gutachtens. „Die Schutzzone um das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau - allgemeine Probleme“ durch die Schlesische Technische Universität, das die Auschwitzer Stadtverwaltung in Auftrag gegeben hatte.

1985

  • Entscheidung im Internationalen Plakatwettbewerb „Auschwitz warnt und erinnert“. Über 500 Projekte aus vielen Ländern waren eingegangen.
  • Eröffnung der neuen nationalen Ausstellung der UdSSR.
  • Eröffnung der nationalen Ausstellung Polens.
  • Eröffnung der Ausstellung „Auschwitz - Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ im UNO-Gebäude von New York. Die Ausstellung wurde zweimal in der UNO gezeigt, ebenfalls in mehr als ein Dutzend Städten der USA sowie in vielen europäischen Ländern.

1987

  • Konferenz über Konservierungsmöglichkeiten und den Erhalt Birkenaus.

1989

  • Erste Sitzung der Arbeitsgruppe für Zukunftsfragen des Museums.

1990

  • Besuch von Vertretern der Stiftung Ronald Lauder in Auschwitz, dessen Ergebnis die Erarbeitung eines Projektes über den Erhalt und die Konservierung der Objekte des ehemaligen Lagers war. Es wurde später den Regierungen der Länder zugesandt, aus denen Transporte nach Auschwitz geschickt wurden. Sie wurden darin gebeten, Mittel für diese Konservierungszwecke.zur Verfügung zu stellen.
  • Erste Sitzung des Internationalen Auschwitz-Rates. Zum Vorsitzenden wurde einstimmig Prof. W³adys³aw Bartoszewski gewählt.
  • Es entstand die Stiftung zum Gedenken an die Opfer des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, die Gelder sammelt für den Erhalt und die Konservierung des Geländes und der Objekte des ehemaligen Lagers sowie der Musealia und Archivalia, für Forschungszwecke, Veröffentlichungen, Ausstellungen und Dokumentationen, die das Wissen über die auf diesem Territorium begangenen Verbrechen verbreiten; für die Verbreitung des Wissens über den Nazi-Völkermord und die Pflege des Gedenkens an die Opfer von Auschwitz-Birkenau.
  • III. Internationale Konferenz der Gedenkstättenmuseen.

1991

  • Rückgabe von 4 Bänden der Totenbücher, die im KL Auschwitz ausgestellte Sterbeurkunden enthalten, aus dem Staatlichen Archiv in Moskau.
  • Verlautbarung aus der Sitzung des Internationalen Auschwitz-Rates über die dringende Notwendigkeit, eine Dokumentation über eine Schutzzone anzufertigen.

1992

  • Rückgabe weiterer 42 Bände der Totenbücher. Insgesamt erhielt das Museum damit ca. 69 tausend Sterbeurkunden zurück.
  • Eintrag des Nebengleises und der Laderampe, der sog. Judenrampe, wo die ins Lager deportierten Juden ausgeladen und selektiert wurden, in das Denkmal - Verzeichnis der Wojewodschaft Bielsko Bia³a.
  • Internationale Konferenz „Pädagogik nach Auschwitz”, die in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Bergen-Belsen organisiert wurde.

1993

  • Erstes Seminar für Mitarbeiter des Museums und Museumsführer im Gedenkstätteninstitut Yad Vashem in Jerusalem. Diese Seminare finden seitdem jährlich statt. An ihnen nehmen auch Mitarbeiter anderer polnischer Gedenkstättenmuseen sowie Lehrer teil.
  • Internationale Konferenz „Die Zukunft von Auschwitz” über Möglichkeiten des Erhalts und der Konservierung des Geländes und der Objekte aus der Lagerzeit.
  • Das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau legte ein „Programm zur Integration des Geländes der ehemaligen Lager Auschwitz I und Auschwitz II sowie neuer Präsentationsmöglichkeiten der Geschichte und des Gedenkens der Opfer” vor.
  • II. Internationale Konferenz „Pädagogik nach Auschwitz”.
  • Vorlage eines Projektes, die sog. Judenrampe der Vergessenheit zu enreißen;

1994-1995.

  • Internationale Feierlichkeiten zum 50. Jahretag der Befreiung des KL Auschwitz durch die Rote Armee.

1995

  • Eintragung des Geländes des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau in das Denkmal - Verzeichnis der Wojewodschaft Bielsko Bia³a.

1996

  • Bestätigung des Strategischen Auschwitz-Programms durch die polnische Regierung.

1997

  • Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Gründung des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau.
  • Ausschreibung eines geschlossenen Wettbewebs für das Projekt eines Nachbaus der sog. Sauna auf dem Gelände des ehemaligen Lagers Birkenau.

1998

  • Eröffnung des jährlichen postgraduierten Studiengangs in Auschwitz für polnische Lehrer, in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule in Krakau zum Thema „Totalitarismus, Faschismus, Holocaust”.
  • Abschluss des geschlossenen Wettbewebs für das Projekt eines Nachbaus der sog. Sauna und Verkündung der Entscheidung.

1999

  • Internationale Konferenz über die Möglichkeiten zur Konservierung der Betonpfähle des KL Auschwitz-Birkenau.
  • 11. Marsch der Lebenden mit ca. 2000 Teilnehmern, darunter einige hundert Polen. Es war dies der erste Marsch mit einem so hohen Anteil nichtjüdischer Teilnehmer.
  • Das Gesetz über den Schutz von Gedenkstätten tritt in Kraft. Die Ein richtung einer Schutzzone um das Museum wird darin festgelegt.
  • Den Internet-Benutzern wird die Seite www Museum und Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau bereitgestellt.
  • Die Ereignisse befinden sich auf der Seite mit den aktuellen Meldungen aus dem Jahr 1999.

2000

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