Ausbau des Lagers

Auschwitz. Häuser der ausgesiedelten polnischen Bevölkerung werdenabgerissen. Autor unbekannt, 1941.

Nebenlager des KL Auschwitz in Trzebinia. Autor unbekannt

Eines der Nebenlager des KL Auschwitz. Autor unbekannt

Das Interessengebiet des Lagers. Deutsches Dokument aus der Besatzungszeit

Der Standort des Lagers - fast im Zentrum des von den Deutschen besetzten Europas - sowie die guten Verkehrsverbindungen bewirkten, dass die Nazis es im großen Stil ausbauten und dorthin Menschen aus fast ganz Europa deportierten. Während des Höhepunktes seiner Existenz bestand das Lager aus drei Teilen:
  • Der zweite Teil war das Lager Birkenau (im Jahre 1944 stieg die Zahl der Häftlinge hier auf über 90 tausend), auch Auschwitz II genannt. Die Nazis begannen im Herbst 1941 mit dessen Bau auf dem Territorium des 3 km von Auschwitz entfernten Dorfes Brzezinka (Birkenau), aus dem die polnische Bevölkerung zwangsausgesiedelt wurde. Deren Häuser wurden abgerissen. In Birkenau befanden sich die meisten Einrichtungen zur Massenvernichtung, hier sind auch die meisten ermordeten Opfer zu beklagen.
  • In den Jahren 1942-1944 entstanden, vor allem bei den verschiedensten Industriebetrieben, wie auch landwirtschaftlichen Zuchtbetrieben, mehr als 40 Nebenlager, in denen die Häftlinge als Sklavenarbeiter ausgebeutet wurden. Das größte von ihnen, Buna genannt (Monowitz - 10 tausend Häftlinge), wurde 1942, 6 km vom Lager Auschwitz entfernt, auf dem Gelände der Buna-Werke, einer Fabrik für synthetisches Gummi und Benzin, eingerichtet. Sie waren während des Krieges von dem bekannten deutschen Konzern IG Farbenindustrie gebaut worden, dem die SS die Häftlinge für die Arbeit bereitstellte. Im November 1943 wurde das Nebenlager Buna Sitz eines Kommandanten des dritten Lagerteiles - Auschwitz III, dem einige andere Auschwitzer Nebenlager unterstellt wurden.

Die Deutschen riegelten alle Lager und Nebenlager von der Außenwelt ab und umgaben sie mit einem Stacheldrahtzaun. Jeglicher Kontakt mit der Außenwelt war verboten. Das Territorium, das vom Lagerkommandanten verwaltet und von der SS-Wachmannschaft des KL Auschwitz kontrolliert wurde, ging über das Gebiet, das sich innerhalb der Stacheldrahtzäune befand, hinaus. Das sog. Interessengebiet des Lagers umfasste eine zusätzliche Fläche von ca. 40 Quadratkilometern. Es stellte eine Sicherheitszone um die Lager Auschwitz I und Auschwitz II dar.

Die ortsansässige Bevölkerung, Polen und Juden, die in der Nachbarschaft des neu geschaffenen Lagers lebte, wurde in den Jahren 1940-1941 umgesiedelt. Deren ca. eintausend Häuser und Gebäude wurden zerstört. Einige Gebäude übernahmen Offiziere und Unteroffiziere der SS-Wachmannschaft des Lagers, die dort nicht selten mit ihren ganzen Familien einzogen. Die auf diesem Territorium gelegenen Industriebetriebe wurden von Deutschen übernommen, die sie z.T. ausbauten oder neue, mit der Kriegsproduktion des Dritten Reiches verbundene Betriebe, errichteten.

Auf dem das Lager umgebenden Territorium errichteten die Lagerbehörden technische Versorgungseinrichtungen, wie Werkstätten, Lagerräume, Büros oder auch Kasernen für die SS-Wachmannschaft des Lagers.

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