Eine Bitte um Unterstützung
Mit Ihrer Unterstützung kann das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau seine Kollektionen von mehr als hundert Gemälden und Drucken mit Arbeiten von Halina O³omucka erweitern. Geschaffen, signiert und fotografiert, warten sie darauf, die lange Reise von Israel nach Polen antreten zu können. Viele von Halina O³omuckas Arbeiten befinden sich im Holocaust Memorial Museum in Washington, der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, Les Invalides in Paris, und dem Jüdischen Museum in Berlin.
In der kollektiven Erinnerung lebt Auschwitz als das tragische, unabänderliche Element der Geschichte des Zwanzigsten Jahrhunderts. Es symbolisiert die negativen Auswüchse, die die europäische Kultur hervorgebracht hat.
Das Todeslager Auschwitz repräsentiert eine Kulmination von Holocaust und Genozid, die aus der Intoleranz anderen gegenüber resultierte, und das insbesondere gegenüber Menschen mit einer anderen Religionszugehörigkeit oder einer anderen ethnischen Identität; oder der Ideologie über andere herrschen zu wollen und die ihnen das Existenzrecht absprechen, weil sie sind wer sie sind; und wegen der verblendeten Meinung, dass eine einzelne Nation eine historische Mission habe.
Die Tatsache, dass die Zeit vergeht, ändert nichts an der Tatsache, dass wir die Generationen sind, die im Schatten von Auschwitz leben. Die Welt musste nach Auschwitz anders werden, und sie hat sich verändert. Die Bereitschaft Herz und Sinne zu öffnen besteht ebenso wie die, die starren Prinzipien zu überdenken, Mythen und Symbole, die in den Beziehungen zwischen Individuen und Nationen wirksam sind. Es gibt das Gefühl der persönlichen Verantwortung dafür, dass die Orte und die Erinnerungen erhalten bleiben.
Aus der ganzen Welt unterstützen Gönner das Auschwitz-Birkenau Museum, deren Spenden dem Zweck der Erhaltung und Bewahrung der Gedenkstätte dienen. Dadurch konnte der Grund und Boden mit den Überresten des Lagers vor Verschwinden und Verfall bewahrt werden. Heute wenden wir uns mit der Bitte an Sie, uns beim Erwerb von nach dem Kriege entstandenen Arbeiten der polnisch-jüdischen Malerin Halina O³omucka zu unterstützen. Ihre Darstellungen von Hunger, Schmerz, Verzweiflung und Wahnsinn werden eine einzigartige Quelle für die pädagogische Arbeit des Museums sein. Wir bitten Sie um Ihre Unterstützung.
Jerzy Wróblewski
Direktor, Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau in O¶wiêcim
Zahlungen überweisen Sie bitte an das:
Auschwitz-Birkenau Staatliches Museum (unter Angabe von: HALINA)
Bank Przemys³owo-Handlowy o/O¶wiêcim
Konto Nr.: 10601129-320000352506
SWIFT
BPH KP LPK
Anschrift des Museums:
Pañstwowe Muzeum Auschwitz-Birkenau
ul. Wiê¼niów O¶wiêcimia 20
32-600 O¶wiêcim
Polen
Mit Fragen und Anmerkungen wenden Sie sich bitte an: muzeum@auschwitz.org.pl
Kunstkritiker zum Werk von Halina O³omucka
Die Bilder der Auschwitzüberlebenden und früheren Gefangenen in Auschwitz-Birkenau Halina O³omucka sind von beträchtlicher Attraktivität im bildlichen Sinn. Halina O³omucka ist eine außergewöhnlich subtile Farbkünstlerin, ob sie nun eine begrenzte Skala an Farben benutzt oder eine in höchstem Maße variierte Palette. Sie scheut sich nicht die Leinwand expressiv zu nutzen, oftmals in nachdrücklicher Gestik. Die Bilderwelt der Halina O³omucka ist eine Welt irrealer Visionen, die an Chagalls Traumwelten erinnern. Halina O³omucka gibt ihren Bildern Titel, die äußerst tragische Elemente enthalten, in Worten, die in der visuellen Botschaft so nicht direkt enthalten sind. Ihre Anwesenheit erinnert uns daran, dass Städte brennen und dass in diesen Bildern Menschen sterben, die all ihrer Würde beraubt worden waren. Nur ab und zu kommt uns die tragische Grimasse vor Augen. Das Unaussprechliche wird der Stille überlassen. Halina O³omucka besitzt die Fähigkeit intuitiv zu erfühlen, wann die Sprache zu schweigen hat, und wann Schweigen mehr sagt.
Hier wird der Terror der schrecklichen Zeit, zu einer erschütternden Aussage über eine vergangene, für immer verfluchte Epoche, zum Ausdruck gebracht durch menschliches Leiden in bewegenden Dokumenten und in gefühlsgeladenen, angsterfüllt erlebten Geschehnissen.
Glücklicherweise, bestehen als Kontrast, auch die anderen Szenen, die das Element Hoffnung enthalten und die Wucht mildern, und die beweisen, dass die Künstlerin auch über Optimismus verfügt und das Leben anerkennt.
Hier handelt es sich nicht um "naturalistische" oder "realistische" Bilder. Dies ist Malen im wahrsten Sinne des Wortes, das Zeichnen und Farbe einsetzt, um expressiv tiefgründige Inhalte auszudrücken, die sich unter einer farbintensiven Oberfläche verbergen.
Ein brennendes Thema, schockierend und wahr. Die Aussage ist nicht das Ergebnis reiner Fantasie, sondern Ausdruck der persönlichen Erfahrung....
Halina besitzt die seltene Gabe der Charakterisierung, die nicht von den Einzelheiten abhängig ist. Ihr Prayer ist ein flammender Akt der Unterwerfung - während das Gesicht der Frau unsichtbar bleibt, betet ihr gequälter Körper und weint mit der Hand. Halina O³omuckas Rebellion findet in ihrer Gesamtheit Ausdruck in den brennenden Augen zweier sich aneinander schmiegender Figuren, die einander Kraft schenken weil sie Mühsal gemeinsam erlitten und beide dem Hass der Feinde ausgesetzt waren....
Halina ist eine Schülerin von Professor W³adys³aw Strzemiñski. Obwohl selbst ein Abstraktionist, lehrte er Halina O³omucka jene Techniken, die jedes ihrer Bilder zu einer Erfahrung werden lassen.
Natan Gross, Nowiny Kurier, Tel Aviv
Halina O³omucka (geborene Olszewska) kam 1921 in Warschau zur Welt. Sie war achtzehn als sie mit Schwestern, Bruder und der Mutter ins Warschauer Ghetto gesperrt wurde. Schon als Kind begann sie zu malen; ihre Mutter sorgte dafür, dass Halina immer Papier und Stifte hatte. Bilder einer sorgenfreien Kindheit gewährten Halina O³omucka kleine Pausen vom Alltag, der Alptraum Warschauer Ghetto hieß. Sie bemüht sich Nahrung zu finden und ein sicheres Versteck vor den Deutschen - einen ruhigen Ort, an dem sie sitzen konnte und zeichnen. Sie wurde Teil des "Außenkommandos", das Lebensmittel an den Wachen vorbei schmuggelte; für einige ihrer Zeichnungen fand sie einen Weg aus den Ghettomauern. Nach dem Krieg konnte sie sie bei einem Freund der Familie unversehrt wiederfinden.
Halinas Vater starb im Ghetto. Nach dem Ghettoaufstand im Mai 1943 wurde Halinas Mutter mit ihren Kindern, zusammen mit Tausenden anderer Menschen zum Umschlagplatz getrieben. Von dort aus wurden die Juden in die Todeslager transportiert. Ihre Mutter flüsterte ihr zu: "Du bist jung und schön. Du sollst nicht sterben... Du darfst nicht sterben." Halinas Mutter wurde unmittelbar nach ihrer Ankunft in Majdanek in der Gaskammer ermordet. Nur durch Zufall konnte Halina eine Woche später dem gleichen Schicksal entgehen. Sie wurde von Majdanek ins Lager Auschwitz-Birkenau gebracht, wo sie die Häftlingsnummer 48652 bekam.
"Ein vom Regen verwaschenes Schild mit der Aufschrift Arbeit macht frei stand gegen eine Mauer gelehnt. Ich bot freiwillig an das Schild neu zu malen. Ich konnte heimlich malen. Ich tat es, um zu überleben. Ich wollte bewahren, was ich in mir hatte."
Allen widrigen Umständen zum Trotz malte Halina O³omucka weiter. Sie malte Hunger, Schmerz, Verzweiflung, Wahnsinn und Hoffnung. Ein unbändiges Verlangen hielt sie am Leben: "Ich möchte leben, möchte frei sein! Malen bedeutete Leben; Leben bedeutete Malen." Die gefangenen Frauen trugen ihr auf: "Wenn du überlebst, dann vergiss nicht. Zeichne uns, und dank deiner Zeichnungen wird die Welt wissen, was geschehen ist." Halina hat das niemals vergessen.
Die von ihr im Frauenlager Birkenau angefertigten Zeichnungen wurden versteckt und blieben bis zum Ende des Krieges verborgen. Im Januar 1945 mussten Halina und Tausende anderer Frauen Auschwitz verlassen und den Todesmarsch antreten. Sie wurde danach in Ravensbrück gefangengehalten, und schließlich in Neustadt-Glewe, ehe sie in am 2. Mai 1945 in Mecklenburg befreit wurde.
"Sie kamen. Sie sagten, wir seien frei! Frei! Ich war frei. Frei - frei? Was bedeutete das? Frei? Ich fühlte nichts. Oder genauer, ich fühlte einen unbekannten Schmerz in mir. All meine Kraft war plötzlich verschwunden. Ich brauchte nicht mehr zu kämpfen. Es gab keinen Grund mehr zum Kämpfen? Ich war frei. Es schmerzt!"
Sie kehrte nach Warschau zurück, aber sie traf niemanden mehr an, weder Familienmitglieder noch Freunde. Auch ihre Wohnung gab es nicht mehr. Sie war allein. Sie reiste nach £ód¼. Dort fand sie Arbeit und Unterkunft und dort begegnete ihr Boles³aw O³omucki.
Halina O³omucka studierte Malerei an der Hochschule für bildende Künste in £ód¼ von 1945 bis 1950. Einer ihrer Lehrer war der Maler und Kunsttheoretiker Professor W³adys³aw Strzemiñski, der Vater des Unismus. Als Studentin malte Halina O³omucka Landschaften und es entstanden andere Arbeiten, die die Schrecken des Krieges beschreiben. Melancholie und Gram füllen ihre Bilder der Warschauer Ruinen.
1945 heiratete sie den Architekten Boles³aw O³omucki, der von 1945-1951 an der Akademie der schönen Künste in £ód¼ und der Warschauer Technischen Hochschule studierte.
1951 brachte Halina O³omucka ihre Tochter Miros³awa, oder Miriam zur Welt. 1957 fuhr Halina O³omucka mit ihrer Familie nach Paris, wo sie Kindern und Erwachsenen Zeichenunterricht erteilte. Sie reiste durch Europa, bevor sie 1968 erstmals Israel besuchte. Das blendende Licht und das ideale Blau des Himmels inspirierten Halina ebenso wie die Düfte, die Luft, die Menschen, ihre Worte - alles. Vier Jahre später entschloss sie sich, ihren Wohnsitz dorthin zu verlegen. Sie lebt in Aschkalon.
Die Künstlerin über ihre Arbeit
Meine Arbeiten gleichen mir. Ich male das, was mir die innere Eingebung sagt, das, was in mir ist! Das ist es, was ich auszudrücken versuche.
Meiner Meinung nach, gibt es das nie, dass man ein Bild direkt auf Basis des Gesehenen hervorbringt. Ich schaue, ich beobachte, und mein Gehirn speichert die Dinge, die mich bewegen oder treffen auf dem Wege der Reflexion. Dann und nur dann erhält die Vision eine Gestalt, die ich durch meine künstlerischen Mittel mit meinen Arrangements ausdrücke.
Wichtig ist also nicht, was ich sehe, sondern was ich fühle.
Meine Malerei basiert auf meiner Fantasie. Das Ergebnis ist unterschiedlich, mehr oder weniger abstrakt, und manchmal ganz ohne Abstraktion.
Abstrakte Malerei ist dem Betrachter nur verständlich, wenn er in der Lage ist, der Intention des Künstlers zu folgen, oder wenn er sich vom gesehenen Bild seine eigene Vision bilden kann.
Die Essenz eines Bildes, ungeachtet seiner Form, ist ein gefühlsmäßiges Band, das von externen und internen Faktoren abhängig ist.
Meine Malerei wurde bisher vor allem mit Assoziationen interpretiert, die sich hauptsächlich aus meiner Vergangenheit ergeben. Während meine Arbeit inzwischen, dem Betrachter weniger assoziationenreich geworden ist, hat sie mir die Freiheit des absoluten und vollen Fühlens gegeben.
Vier von Halina O³omuckas Einhundert Bildern
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